Tutte le Sequenze

Ein Solomarathon und ein Schrei

Klangbrücken - Luciano Berio | Fr 20.04.18 | 18:00–23:00 | Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

  • Luciano Berio
    © Eric Marinitsch

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Ein Solomarathon und ein Schrei

Mit Lehrenden und Studierenden der HMTMH

Künstlerische Leitung: Prof. Andreas Felber

(Eintritt frei)

 

18:00 Uhr

  • Sequenza I für Flöte (1958) – Barbara Kortmann
  • Sequenza II für Harfe (1963) – Cornelia Schott
  • Sequenza III für Frauenstimme (1965–66) – Sophia Körber
  • Sequenza IV für Klavier (1965–66) – Yukyeong Ji
  • Sequenza V für Posaune (1965) – Jonas Bylund
  • Sequenza VI für Viola (1967) – Elisabeth Kufferath
  • Sequenza VII für Oboe (1969) – Han Wang

 

19:30 Uhr

  • Cries of London – Konzertchor, Leitung: Andreas Felber
  • Sequenza VIII für Violine (1976–77) – Elisabeth Kufferath
  • Sequenza IXa für Klarinette (1980) – Eszter Király
  • Sequenza IXb für Altsaxophon (1981) – Jan Schulte-Bunert
  • Sequenza X für Trompete in C und Klavierresonanz (1984) – Julian Ghani und Mariya Kim

 

21:00 Uhr

  • Sequenza XI für Gitarre (1987–88) – Saverio Libergoli
  • Sequenza XII für Fagott (1995) – Hanna Yu
  • Sequenza XIII (Chanson) für Akkordeon (1995–96) – Ma Qi
  • Sequenza XIV (Dual) für Violoncello (2001–02) – Thomas Shelly

 

 

Barbara Kortmann, Querflöte | Prof. Jonas Bylund, Posaune | Prof. Elisabeth Kufferath, Violine | Jan Schulte-Bunert, Saxophon

 

Cornelia Schott, Harfe | Sophia Körber, Stimme | Yukyeong Ji, Klavier | Han Wang a. G., Oboe | Eszter Kiraly, Klarinette | Julian Ghani, Trompete | Mariya Kim, Klavier | Saverio Libergoli, Gitarre | Hanna Yu, Fagott | Ma Qi, Akkordeon | Thomas Shelley, Violoncello


Konzertchor der HMTMH, Leitung Prof. Andreas Felber

 

Luciano Berio: Sequenza I - XIV

Luciano Berio komponierte im Laufe seines Lebens 14 Solo-Werke mit dem Titel "Sequenza", die als Schlüsselwerke der Neuen Musik gelten. Er begann 1958 mit der Sequenza I für Flöte, seine letzte Sequenza XIV für Cello entstand 2002 kurz vor seinem Tod. Berio widmete die Sequenze jeweils einem Interpreten, womit sie als Porträt verstanden werden können. Er arbeitete intensiv mit den Interpretinnen und Interpreten zusammen, um die Spezifika des Instruments zu erforschen. Bewusst versuchte er Elemente der Klang- und Repertoiregeschichte des Instruments in die Sequenze aufzunehmen. Darin lag auch der Kern seiner Vorstellung von Virtuosität, die er nicht nur als technische Fertigkeit sondern als "Virtuosität des Wissens" verstehen wollte, d.h. die Sequenze sollten für Interpretinnen und Interpreten mit einem breiten Horizont an klassischer und moderner Musik entstehen. Während die Sequenze mittlerweile selbst Repertoire-Stücke geworden sind, hört man sie fast immer nur punktuell. Die Besonderheit des Konzertabends am 20. April 2018 in der HMTMH liegt genau hier: Alle Sequenze in Folge werden von Lehrenden und Studierenden der Hochschule sowie Oboist Han Wang als Gast in Folge zu hören sein.

 

Luciano Berio: Cries of London (1973/1976)

Cries of London ist ein Zyklus, der sieben kurze a cappella-Lieder umfasst, die auf den Rufen von Straßenhändlern basieren. Die Idee, eine solche Komposition zu schreiben, kam Berio wohl schon während eines Aufenthaltes in Sizilien 1968, wo er erstmals die »Abbagnate« kennenlernte – die Ausrufe der Marktschreier, die auf den Straßen und Plätzen der Mittelmeerinsel ihre Waren anpreisen. Für die Cries of London, die er 1973 in einer ersten, sechsstimmigen Fassung für die King Singers schrieb, erfand Berio allerdings eigene musikalische Schreie, wohingegen die zugrundeliegenden Texte Wendungen sind, wie sie die Straßenhändler im alten London gebrauchten. In dieser Hinsicht reiht sich Berios Vokalwerk in eine lange Tradition ein: Bereits ab dem späten 13. Jahrhundert ließen sich Komponisten von den Rufen der Londoner Straßenhändler inspirieren, und so findet man die Texte von Berios Cries etwa auch bei Renaissancekomponisten wie John Cobbs (»These are the cries of London town«), Thomas Ravencroft (»Where are ye fair maids«) oder bei Richard Dering (»The Cries of London«). Auch klanglich erinnern die Stücke bisweilen an Renaissancemusik, obwohl sie vor allem eine Vielzahl avantgardistischer Techniken und Elemente präsentieren. Was die stimmliche Darbietung angeht, wird in »Cries of London« wie auch in anderen Vokalkompositionen Berios das gesamte Spektrum der Möglichkeiten ausgeschöpft, zwischen Flüstern und Schreien ebenso wie zwischen Sprechen und Singen. Berio selbst beschrieb die sieben Stücke als »eine Reihe von naiven Gemälden, von denen jedes einen ganz präzisen und einfachen Charakter hat«. Die Uraufführung der sechsstimmigen Fassung fand 1975 in Edinburgh statt; die erste Aufführung der zweiten, achtstimmigen Version realisierten die Swingle Singers 1977 in La Rochelle.

 

 

Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) ist eine der renommiertesten künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschulen in Deutschland. Rund 360 Lehrende – darunter zahlreiche international bekannte Persönlichkeiten aus Kunst, Pädagogik und Wissenschaft – engagieren sich in der Ausbildung von knapp 1.500 Studierenden aus aller Welt in aktuell 33 Studiengängen. International wahrgenommen wird die HMTMH seit jeher insbesondere für ihre künstlerische Ausbildung: Durch ihr klares Bekenntnis zur professionellen Ausbildung in der ganzen Breite sichert sich die HMTMH im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz. Die Ausbildung der Kammermusikkompetenz und die Einbindung ihrer Studierenden in Projekte der neuen Musik sind wichtige Profilschwerpunkte.

 

Zur nachhaltigen Stärkung des Musiklands Niedersachsen und als Teil der Unesco City of Music Hannover tritt Niedersachsens einzige Musikhochschule in einen beständigen Austausch mit der Gesellschaft und ist zudem mit rund 500 öffentlichen Angeboten pro Jahr eine der größten niedersächsischen Kulturveranstalterinnen.

 

 

 

Veranstaltung der HMTMH

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Termine

22.04.18So 11:30