Orest

Oper von Manfred Trojahn

Deutsche Erstaufführung

Im Anschluß: »Wer ist schuld?« Diskussionsforum mit Dr. Oliver Tolmein

Musiktheater in 6 Szenen (2011)
Text vom Komponisten
Premiere am 8. Februar 2013 im Opernhaus

Achtung Vorstellungsänderung! | statt »VERKLÄRTE NACHT/AUGEN.SPIEGEL.SEELE« |
Einführung 19:00 | Fr 05.04.13 | 19:30–20:45 | Opernhaus

Abonnement: Freitag 4 (19:30 Uhr)

Bjørn Waag – © Thomas M. JaukDorothea Maria Marx, Khatuna Mikaberidze  – © Thomas M. JaukBjørn Waag, Khatuna Mikaberidze – © Thomas M. JaukBjørn Waag – © Thomas M. JaukBjørn Waag, Khatuna Mikaberidze – © Thomas M. JaukTomasz Zagorski – © Thomas M. JaukBjørn Waag, Tomasz Zagorski – © Thomas M. JaukKhatuna Mikaberidze, Dorothea Maria Marx  – © Thomas M. JaukKhatuna Mikaberidze – © Thomas M. JaukBjørn Waag – © Thomas M. JaukBjørn Waag, Latchezar Pravtchev – © Thomas M. JaukBjørn Waag – © Thomas M. Jauk

Als deutsche Erstaufführung zeigt die Staatsoper die Oper »Orest« von Manfred Trojahn, einem der bedeutendsten Gegenwartskomponisten. Das Werk wurde Ende 2011 in Amsterdam uraufgeführt und im Jahrbuch 2012 der Opernwelt zur »Uraufführung des Jahres« gekürt.

 

Die Premiere wird von NDR Kultur live im Radio übertragen. Deutschlandradio Kultur sendet die Aufzeichnung der Premiere am 2. März 2013 ab 19.05 Uhr in der Sendung »Opern aus deutschen Ländern«.

 

Ein junger Mann gegen einen Gott – dass Orest der Übermacht des Befehls Apollons unterliegt und seine Mutter Klytämnestra tötet, erscheint nur allzu menschlich. Sie hatte seinen Vater in dessen Abwesenheit betrogen, ihn bei seiner Rückkehr hinterrücks abgeschlachtet und Orests Schwester Elektra aus dem Palast verbannt. Der Muttermord ist eine weitere Station des Fluchs, der seit Generationen auf dem Geschlecht der Atriden lastet. Der Stoff der »Orestie« wurde von allen drei großen Tragödiendichtern der Antike, von Aischylos über Sophokles zu Euripides, verhandelt, wobei sich die Frage nach Orests Zutun, seinem Handlungsspielraum und seiner Schuld immer drängender stellt.

Zu allen Zeiten hat das komplexe Material der »Orestie« das Musiktheater inspiriert; von der Barockzeit bis in die Gegenwart reichen die Bearbeitungen für die Opernbühne. In Manfred Trojahns Ende 2011 in Amsterdam uraufgeführter Oper »Orest«, basierend auf Euripides' »Orest« und Nietzsches »Dionysos«-Dithyramben, ist der Mord längst geschehen. Ist die Schuldfrage damit obsolet? Orest wartet auf das Urteil für seine Tat, doch seine eigentliche Strafe scheint darin zu bestehen, im ewigen Betrachten der eigenen Ausweglosigkeit verharren zu müssen. Seine Tragödie ist in dieser Bearbeitung eine der sinnlichen Erfahrung. Sechs weibliche Stimmen, gekoppelt mit sechs Violinen – die musikalische Übersetzung für die Erinnyen sowie für den inneren Konflikt Orests – jagen ihn. Wie unter Konvulsionen zusammengezogen rasen Impulse durch das Orchester und lassen die psychische Hatz erspüren. Neben dem Titelhelden lässt Trojahn alle drei Frauen auftreten, die den Konflikt um Troja mitprägten: Klytämnestras Halbschwester Helena – um die der Zwist zwischen Menelaos und Paris von Troja sich entspann –, deren Tochter Hermione und Elektra. Elektra versucht Orest zu weiteren Morden anzutreiben. Die gealterte Helena ist gefangen in ihrer Rolle als unnahbarer Urtypus der Schönheit. Nur die Jüngste von ihnen, Hermione, könnte ihm eine Zukunft, einen Ausweg in Liebe eröffnen.

Enrico Lübbe ist seit 2008 Schauspieldirektor am Theater Chemnitz und inszenierte bislang vorwiegend für das Schauspiel an zahlreichen deutschen Bühnen, u. a. am Staatstheater Nürnberg und am Bayerischen Staatsschauspiel München. Von der Zeitschrift »Theater heute« wurde er mehrfach als einer der besten Nachwuchsregisseure des Jahres nominiert.

 

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde des Opernhauses Hannover e.V.

Video

Pressestimmen

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Gregor Bühl
Inszenierung
Enrico Lübbe
Mitarbeit Regie
Torsten Buß
Bühne
Etienne Pluss
Kostüme
Bianca Deigner
Choreinstudierung
Dan Ratiu
Dramaturgie
Klaus Angermann

Besetzung

Orest
Bjørn Waag
Menelaos
Latchezar Pravtchev
Apollo/Dionysos
Tomasz Zagorski
Hermione
Ania Vegry
Helena
Dorothea Maria Marx
Elektra
Khatuna Mikaberidze

Chor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

Ein Formular für die Kartenbestellung für Schulklassen unter kasse@staatstheater-hannover.de oder Fax (0511) 9999 1999 finden Sie hier.

 

Musiktheaterpädagogische Angebote für Lehrer erhalten Sie unter eva.harrison@staatstheater-hannover.de oder Telefon (0511) 9999 1085.