Die verkaufte Braut

Singspiel von Bedřich Smetana

Libretto von Karel Sabina, Neufassung von Martin G. Berger

In deutscher Sprache

 

Auf dem Spielplan seit der Premiere der Inszenierung am 29. Oktober 2016

Öffentliche Probe | Di 25.10.16 | 18:30–21:30 | Opernhaus

  • Dorothea Maria Marx, Tivadar Kiss
    © Thomas M. Jauk
  • Tivadar Kiss, Fabian Gerhardt, Ylva Stenberg
    © Thomas M. Jauk
  • Stefan Adam, Dorothea Maria Marx, Brigitte Hahn
    © Thomas M. Jauk
  • Tivadar Kiss, Bewegungschor
    © Thomas M. Jauk
  • Fabian Gerhardt, Dorothea Maria Marx
    © Thomas M. Jauk
  • Michael Dries, Almuth Herbst, Tivadar Kiss, Shavleg Armasi, Fabian Gerhardt
    © Thomas M. Jauk

ZUM STÜCK

Man stelle sich folgendes Szenario vor: aufgrund von Budgetkürzungen sieht sich ein Opernhaus dazu gezwungen, die Spielstätte an einen externen Veranstalter zu vermieten; die ursprünglich geplante Inszenierung von Smetanas »Die verkaufte Braut« soll beibehalten werden, aber selbstverständlich unter besonderer Berücksichtigung des firmeneigenen »product placements«. Der preisgekrönte Regisseur Martin G. Berger hat diese Schreckensvision eines jeden subventionierten Kulturbetriebs in seiner Inszenierung der Oper »Die verkaufte Braut« von Bedřich Smetana Wirklichkeit werden lassen. Das (fiktive) Unternehmen »prolocal« hat in Bergers Version sämtliche Vorstellungen der »Verkauften Braut« erworben und darf diese nun für seine obskuren propagandistischen Zwecke nutzen. Die Firma »prolocal« vertreibt nämlich Gefühle, und hier insbesondere eines, wonach sich mancher im Zuge der Globalisierung immer stärker zu sehnen scheint: das Heimatgefühl.

Um nichts anderes als um Heimat ging es aber auch dem Komponisten Smetana. Obwohl überzeugter Wagnerianer, wollte er auf dem Gebiet der tschechischen Oper reüssieren und bestückte seine »Verkaufte Braut« mit zahlreichen Volkstänzen und volkstümlich klingenden Melodien. Smetana geizt nicht mit musikalischen Höhepunkten.

Die Fabel des »Singspiels«, so die Gattungsbezeichnung von Smetanas Werk, ist rasch erzählt. Eine arrangierte Ehe ist Ausgangspunkt der Komödienhandlung. Kruschinas Tochter Marie und Michas jüngster Sohn Wenzel sollen auf Wunsch ihrer Eltern aus finanziellen Gründen heiraten. Nachdem Michas erstgeborener Sohn als verschollen gilt und seine Erbansprüche damit erloschen sind, scheint der naive Wenzel der ideale Schwiegersohn zu sein. Marie aber liebt den Außenseiter Hans und begehrt gegen die Bevormundung auf. Heiratsvermittler Kezal versucht Hans mit einer hohen Geldsumme umstimmen. Überraschender Weise geht Hans darauf ein, stellt allerdings die Bedingung, dass nur ein Sohn des Bauern Micha Marie zur Frau nehmen dürfe. Dieser Handel, der Marie schier verzweifeln lässt, ebnet den Weg für das Happy-End: Hans gibt sich als Michas verschollener Sohn aus erster Ehe zu erkennen. Somit wird sowohl die Klausel respektiert als auch der ursprüngliche Wunsch der Eltern erfüllt.

Wähnt sich das Publikum in Bergers Inszenierung zunächst auf einer jener ebenso banalen wie heimtückisch unterhaltsamen Hochzeitsshows aus dem Privatfernsehen – denn neben der Heimat reklamiert »prolocal« selbstverständlich auch weitere bürgerliche Werte wie Gemeinschaftsgefühl und Ehe für sich –, so wird es allmählich Zeuge, wie die beiden Hauptfiguren der Oper, Hans und Marie, gegen dieses Konzept aufbegehren, da sie sich von niemandem ihr persönliches Glück vorschreiben lassen wollen und können. Martin Berger wahrt die Grundsituation von Smetanas Oper und zeigt ein Paar, dass sich erfolgreich gegen einen überkommenen Regelkanon wehrt, der Individualität und Privatsphäre letztlich negiert – und übersetzt so »Die verkaufte Braut« sinnfällig in die Gegenwart.

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

Verspielte Liebe Hannoversche Allgemeine Zeitung, 31.10.16
mehr
Die verkaufte Heimat-Oper Neue Presse Hannover, 31.10.16
mehr
»Die verkaufte Braut« kommt beim Publikum gut an Cellesche Zeitung, 01.11.16
mehr
"So klug und unglaublich unterhaltsam" NDR Kultur, 01.11.16
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Zwischen Lachen und Einsamkeit opernnetz.de, 01.11.16
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VIDEO

Video

Leitungsteam

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Benjamin Reiners
Inszenierung
Martin G. Berger
Bühne
Florian Parbs
Kostüme
Sabine Hartzsch
Licht
Claus Ackenhausen
Video
Elana Siberski /
sputnic
Filmproduktion und Live-Kamera
Anna-Sophia Leist /
Sirish Uterhark
Choreographie
Mathias Brühlmann
Choreinstudierung
Dan Ratiu
Dramaturgie
Steffi Mieszkowski

Besetzung

Besetzung


Chor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

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Produktion empfohlen ab Klasse 9

 

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