Die englische Katze

Oper von Hans Werner Henze

Eine Geschichte für Sänger und Instrumentalisten in zwei Akten (1980 / 83)

Text von Edward Bond nach der Erzählung Peines de coeur d'une chatte anglaise von Honoré de Balzac

Deutsche Fassung von Ken Bartlett

 

Auf dem Spielplan seit der Premiere der Inszenierung am 26. November 2016

  • Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Mareike Morr (l.) (Lady Toodle), Carmen Fuggiss (Miss Crisp), Stella Motina (Mrs. Gomgit), Ania Vegry (Minette)
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  • Ania Vegry (Minette)
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  • Ensemble
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  • Matthias Winckhler (Tom), Ania Vegry (Minette)
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  • Ensemble mit Julia Sitkovetsky (u.) (Louise) und Hanna Larissa Naujoks (r.) (Babette)
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  • Ania Vegry (Minette)
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  • Sung-Keun Park (Lord Puff)
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  • Ensemble
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  • Daniel Eggert (l.) (Arnold), Ania Vegry (Minette), Matthias Winckhler (Tom), Ensemble
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  • Ensemble
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  • Sung-Keun Park (Lord Puff), Ania Vegry (Minette), hinten Mareike Morr (Lady Toodle) und Carmen Fuggiss (Miss Crisp)
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  • Matthias Winckhler (Tom), Ania Vegry (Minette), im Hintergrund Sung-Keun Park (Lord Puff)
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  • Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Ensemble
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ZUM STÜCK

Das proklamierte Ziel der K. G. S. R., der Königlichen Gesellschaft zum Schutze der Ratten, scheint an sich schon einigermaßen befremdlich. Noch befremdlicher aber ist die Tatsache, dass diese Gesellschaft in einer Katzenwelt existiert, deren Vertreter gemeinhin als Todfeinde der Nagetiere gelten. In Hans Werner Henzes 1983 uraufgeführten Oper aber scheinen die Katzen geläutert; ihre Herrin Mrs. Halifax, die im Stück niemals auftaucht, legt nämlich auch bei ihren Haustieren großen Wert auf eine gottgefällige Lebensweise. Daher ernähren sie sich rein vegetarisch und halten sich als Zeichen ihrer moralischen Gesinnung sogar die kleine Waisenmaus Louise, die mit der Sammelbüchse um Geld für den Wohltätigkeitsverein wirbt. Und weil es neben den Finanzen auch um soziales Prestige geht, soll der alternde Kater Lord Puff, der Ambitionen auf die Präsidentschaft der K. G. S. R. hegt, mit der schüchternen Minette, einer keuschen jungen Katze vom Land, verehelicht werden. Minette zeigt sich denn auch ihrem zukünftigen Gatten zunächst sehr ergeben, erliegt aber zunehmend den Reizen des streunenden Katers Tom – sehr zur Freude von Lord Puffs Neffen Arnold, der angesichts seiner Spielschulden die Hochzeit vereiteln will, um in den Genuss des Erbes zu kommen. Trotzdem kann er die Hochzeit nicht verhindern, weil Lord Puff an erotischen Angelegenheiten nicht besonders interessiert ist und sich gegenüber Minettes unschuldigem Flirt außerordentlich nachsichtig zeigt.

Dennoch kommt es nach einer weiteren heimlichen Begegnung von Tom und Minette auf gesellschaftlichen Druck zu einem grotesken Scheidungsverfahren, in dessen Verlauf Tom vom Staatsanwalt als der verschollen geglaubte Erbe des steinreichen Lord Fairport erkannt wird. Und damit wäre eigentlich alles im Lot, wenn nicht Mrs. Halifax entschieden hätte, Minette wegen ihres moralisch zweifelhaften Treibens zu ertränken. Tom tröstet sich zwar mit Minettes Schwester Babette, doch da die K. G. S. R. scharf auf sein Erbe ist, wird auch er von der ehrenwerten Gesellschaft kurzerhand ermordet. Die Maus Louise beschließt nach diesen Vorfällen, den Verein künftig zu meiden, denn Mäuse sollten den Katzen niemals trauen.

 

Nach einer Erzählung von Honoré de Balzac schrieb der englische Dramatiker Edward Bond, der für Henze schon das Libretto zu dessen Oper We come to the river verfasst hatte, den Text zur Englischen Katze als eine Gesellschaftssatire auf eine bigotte  bürgerliche Welt, deren moralischer Anspruch als Deckmäntelchen für höchst eigennützige Interessen dient und die dafür auch über Leichen geht. Und wie die Maskerade auf allen Ebenen der Oper wirksam ist, so spielt auch Henzes Musik mit Masken. Von Anleihen an den Gassenhauer bis zum höfischen Tanz, von frei tonalem bis zu atonalem Idiom reicht die Palette, mit der Henze mit böser Ironie eine in Lüge erstarrte Gesellschaft entlarvt, der die Klischees als Bollwerk dienen, um ihre auf Profitgier und Macht ausgerichtete Welt zu schützen.

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

Henzes "Englische Katze" in Hannover Deutschlandfunk - Musikjournal, 30.11.16
mehr
Auf der Himmelsleiter Hannoversche Allgemeine Zeitung, 28.11.16
mehr
Tolle Winter-Premiere: In der Staatsoper sind die Katzen los Neue Presse Hannover, 28.11.16
mehr
Menschen sind auch bloß Tiere Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.16
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Leitungsteam

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Mark Rohde
Inszenierung
Dagmar Schlingmann
Bühne
Sabine Mader
Kostüme
Ellen Hofmann
Licht
Susanne Reinhardt
Dramaturgie
Klaus Angermann

Besetzung

Besetzung

Lord Puff
Sung-Keun Park
Arnold
Daniel Eggert
Louise
Julia Sitkovetsky /
Athanasia Zöhrer
Mr.Keen/Peter/Der Verteidiger/Lucian/Der Pfarrer
Edward Mout
Mr. Jones/Mr.Fawn
Byung Kweon Jun
Mr.Plunkett/Der Staatsanwalt
Martin Busen
Miss Crisp
Carmen Fuggiss
Mrs.Gomfit
Stella Motina
Lady Toodle
Mareike Morr
Minette
Ania Vegry
Babette
Hanna Larissa Naujoks
Tom
Matthias Winckhler

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

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Produktion empfohlen ab Klasse 9

 

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