Verdi, Macht und Schicksal

'La forza del destino' hat in der Staatsoper Premiere: Gelungene Regie, tolle Sänger, guter Dirigent

 

Wenn das Schicksal einen niederstreckt, hat man nichts mehr zu lachen. Die allgemeingültige Botschaft hat Verdi in seiner Oper 'La forza del destino' musikalisch prächtig verpackt. Diese "Macht des Schicksals" hatte in einer ebenso stimmigen wie kraftvollen Inszenierung Premiere - unumstritten, minutenlanger, Buh-freier Applaus für Regieteam und Sänger.


Dirigent Stefan Klingele setzt auf eher gemessene Zeitmaße, das Schicksal nimmt hier seinen schweren Lauf. Eine Ernsthaftigkeit, die für den ganzen Abend und auch für die Begleitung der Sänger gilt und dieser Oper Klasse und Gewicht gibt. Klingele dirigiert nie über die Möglichkeiten der Sänger hinaus. Und die Sänger sind hier klasse. Allen vorweg der spanische Tenor Xavier Moreno als Gast. Zu den Höhepunkten gehört das Duett zwischen Alvaro und Carlo ("Fratello"). Tolle schauspielerische Leistung mit was für Stimmen! Brigitte Hahn gibt der Leonora Reife der Stimme, Lieben, Leiden, Wärme, die im spannenden Kontrast zur Kaputtheit der Figur steht. Toll ihre schmelzenden 'Pietà, pietà'.

+ 01.02.16 + Neue Presse Hannover + Henning Queren +

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