Tanz ums Geld

Was für eine Vorstellung! Da kehrt eine verletzte Frau an den Ort ihrer Pein zurück und übt üble Rache: Ein Kopfgeld setzt sie für den Mord an ihrem ersten Geliebten Alfred III aus, der sie einst mit einem Kind hat sitzen lassen. So will es die oft gespielte »tragische Komödie« des Dramatikers Friedrich Dürrenmatt. Claire Zachanassian, ein Monster?

Nicht in der Inszenierung von Jörg Mannes, die jetzt im Opernhaus Premiere hatte. Der Ballettchef lässt der Figur mehr Spielraum, macht in der Täterin das Opfer sichtbar, legt deren Emotionen frei. Das funktioniert im Tanztheater ja meist sinnlicher als im Sprechtheater.

 

Zum halbdutzendfachen Zwischenapplaus kommen am Ende Juchzen und Jauchzen, Pfiffe, Trampeln und Beifall im Stehen. Erst nach fast zehn Minuten senkt sich zum letzten Mal der Vorhang vor dem Ensemble, in dessen Mitte Cassia Lopes kniet und Kusshände ins Publikum wirft. Was für eine Vorstellung!

+ 18.05.16 + Hannoversche Allgemeine Zeitung + Daniel Alexander Schacht +

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