SS-Leute in Strapsen und ein Weihnachtsmann

Der "Freischütz" an der Staatsoper Hannover ist eine überladene Zumutung, aber kein Skandal

 

Kay Voges' Inszenierung von Carl Maria von Webers "Der Freischütz" hat Hannover in den letzten Tagen in Wallung gebracht. Kay Voges kommt aus Dortmund und ist dort Schauspiel-Intendant mit Ambitionen. Sein "Freischütz" ist so vollgepfropft vom Ehrgeiz, jede noch so entfernte Assoziation irgendwie auf die Bühne zu quetschen, dass einem über weite Strecken Hören und Sehen vergehen kann. Aber ein Skandal ist diese Produktion nicht.


Jugendliche lassen sich von solchen Bildern kaum noch schocken. Doch immerhin, den Stammgästen wird diese Inszenierung dadurch in Erinnerung bleiben; und womöglich auch wegen einer anderen Idee Voges'. Er macht Samiel zum Prinzipal dieses Stückes. Er bringt frische Luft in diese Oper, mitunter zu viel.

+ 18.12.15 + Süddeutsche Zeitung + Rudolf Neumaier +

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