Verspielte Liebe

 

Der junge, vielfach ausgezeichnete Regisseur Martin G. Berger hat in seiner Version des Erfolgsstücks von Bedrich Smetana eine Rahmenhandlung konstruiert, die sich weit vom Original entfernt und doch viel über diese tschechische Nationaloper erzählt. [...] So seltsam diese Konstruktion zunächst auch erscheinen mag: Sie macht die beiden unterschiedlichen Grundthemen der "Verkauften Braut" - die inhaltliche Komödie einer arrangierten Hochzeit und das formale Bemühen um ein erkennbar nationales Kunstwerk - gut sichtbar und gegenwärtig.

 

Man kann immer wieder staunen, wie frech, klug und unterhaltsam die Einfälle dieses Regisseurs sind. Berger hat neben den vollständig neuen gesprochenen Dialogen auch das klassische gesungene Libretto sprachlich beherzt aufpoliert.

 

Dabei bewahrt der Regisseur aber jederzeit den komödiantischen Tonfall des ursprünglichen Werks. Anders als die umstrittene hannoversche "Freischütz"-Deutung, in der der Begriff der Nationaloper ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, bleibt Bergers Inszenierung immer so spielerisch und leicht, dass sie zu keiner Zeit ernsthafte Empörung hervorruft.

+ 31.10.16 + Hannoversche Allgemeine Zeitung + Stefan Arndt +

zurück zu »Die verkaufte Braut«