Die verkaufte Heimat-Oper

 

Was hier abläuft, ist ein ziemlich gut und frech kalkuliertes Spiel im Spiel. Auf der Bühne führt Fabian Gerhardt als wunderbar öliger Agenturchef "Fabian Springer" durch den Abend - der ein Mix ist aus Revue, Kabarett, Show und ja, auch Oper.


Es ist nicht einfach, die eigentliche "Verkaufte Braut§ mit ihrem ganzen Trachten-Dorf-Böhmen-Volkstanz-Klimbim heute annehmbar auf die Bühne zu stellen. Hier passiert es ziemlich radikal: Los geht's mit einem Werbefilm über die "Heimat Hannover", untermalt von der rasant genommenen Ouvertüre (durch ein gut aufgelegtes Staatsorchester unter Benjamin Reiners). Dann wird reichlich von dem aufgefahren, was auf der Opernbühne heute möglich ist.


Shavleg Armasi singt den Heiratsvermittler mit stimmlicher Eleganz. Auch das Orchester zeigt, dass es nicht um eine böhmische Operette, sondern um eine vollgültige Oper geht - vor allem hier hat der Abend die Ernsthaftigkeit, die in Smetanas Opus steckt.

Den meisten Beifall bekommt Dorothea Maria Marx als Marie. Robert Künzli ist artikulationssicher und zeigt, dass die Partie des Hans nicht leicht zu nehmen ist. Bemerkenswert noch Stefan Adam als Kruschina, stimmschön Brigitte Hahn als seine Frau und toll die virtuosen Stotter-Arien von Tivadar Kiss als Wenzel.

+ 31.10.16 + Neue Presse Hannover + Henning Queren +

zurück zu »Die verkaufte Braut«