Zwischen Lachen und Einsamkeit

 

Dem jungen Regisseur Martin G. Berger auf der Bühne von Florian Parbs und mit den Kostümen von Sabine Schröder gelingt ein großartiger, ambivalent-unterhaltsamer und verstörender Abend. […] Die »Verkaufte Braut« in ihrem biedermeierlichen Gestus ist ein Werk, das heute nicht automatisch aktuell erscheint. Ein Opernhaus, das einem sehr jungen Regisseur die Freiheit gibt, eine neue Sichtweise unter Einbeziehung von Elementen eines kommerzialisierten und digitalisierten Kapitalismus im Endstadium umzusetzen, riskiert viel bei dem Versuch, einen solchen theoretischen Wurf mit realen Menschen auf den Brettern einer Bühne zu realisieren. Die potentielle künstlerische Fallhöhe ist hoch. Der Intendant der Oper Hannover, Michael Klügl, konnte es wieder nicht lassen und ging erneut voll ins Risiko: Diesmal hat er wieder haushoch gewonnen – Gratulation und gern mehr Produktionen mit solchen Teams. Wer an der aktuellen Lebensfähigkeit der »Verkauften Braut« zweifelt, sollte sich diese Produktion ansehen – sie lebt sehr wohl, unsere Braut.

+ 01.11.16 + opernnetz.de + Achim Dombrowski +

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