Mit Tristan auf dem Traumschiff

Tolle Wagner-Premiere in der Staatsoper: Überwältigende Musik, kühle Inszenierung

Die beiden Ereignisse des Abends sind das Orchester (und sein Dirigent Will Humburg) sowie die Isolde von Kelly God. Sie hat den Atem und die Stimmkraft für die Steigerungen – hat genug Reserven für einen hinreißenden „Liebestod“. Sie ist mehr Furie denn sanft-liebendes Weib, die Stimme hat Stahl und Souveränität. Mit ihr sollte man sich nicht anlegen. Und das tut stimmlich hier auch niemand. König Marke (Tobias Schabel) ist eher verständiger Freund denn enttäuschter Liebender und bringt das auch rollendeckend gesanglich klar heraus. Zum stimmlichen Plus dieser Produktion zählt auch Khatuna Mikaberi­dze als leuchtende Brangäne mit wundervollen Wacht-Rufen im zweiten Akt. [...] Das Staatsorchester wird von Will Humburg zur Bestform animiert. [...] Hier wird auf Klarheit und Wahrheit geachtet. Präzise Einsätze, strahlendes Blech, dramatischer Zug in den Tempi, das Sehnsuchtsmotiv bekommt einen entsprechenden Sog. [...] wer auf eine umfassend intensive Opernerfahrung hofft, hier hat er sie.

+ 18.09.18 + Neue Presse + Henning Queren +

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