WAS IHR WOLLT

Insgesamt wurde vor der „Kartonwand“ ausgesprochen flott agiert; zusätzlich sorgten die von den Akteuren gefahrenen Gabelstapler für reichlich Bewegung und auch komische Situationen. Dass das turbulente Spiel so lebhaft wirkte, unterstrich die farbige, flexibel auf die jeweiligen Situationen eingehende Musik, die gleichfalls besinnliche Passagen zuließ, wie z.B. die große Liebesklage Orsinos oder Olivias Liebeserklärung an Cesario/Viola. All dies war beim musikalischen Leiter Mark Rohde in besten Händen, der mit großer Umsicht und überaus präziser Zeichengebung das Niedersächsische Staatsorchester Hannover zu Höchstleistungen animierte, das in allen Gruppen technisch vertrackte Parts zu absolvieren hatte, was vorzüglich gelang. Zugleich gab der Dirigent dem Ensemble auf der Bühne genügend Raum, ihre sängerisch ungemein anspruchsvollen Rollen effektvoll zu gestalten. Da ist zuerst Ania Vegry zu nennen, die sich als geradezu perfekte Koloratursopranistin erwies: Wie sie die mit aberwitzigen Intervallsprüngen gespickte, fast nur in höchsten Lagen notierte Partie der Viola/Cesario blitzsauber beherrschte und auch die lyrischen Phrasen ausdrucksvoll zur Geltung brachte, das hatte ganz hohes Niveau. [...]

+ 09.12.18 + Der Opernfreund + Gerhard Eckels +

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