Rossinis absurde Oper "Die Reise nach Reims" in Hannover

Wenn eine Reise ausfällt, kann das ärgerlich sein. Oder so amüsant wie in Gioacchino Rossinis Oper "Il viaggio a Reims". Dieses absurde Stück über eine misslungene Tour zur Krönung des französischen Königs kam in der Staatsoper Hannover zu einer umjubelten Premiere. Dank der witzigen Inszenierung und des spritzigen Dirigats (Gregor Bühl) eine hinreißende Rossini-Gaudi.

Matthias Davids (Regie), Marina Hellmann (Bühne)und Leo Kulaš (Kostüme)haben Rossinis auf einen zeitgenössischen Anlass hin komponierte Oper überaus kreativ in unsere Zeit transferiert und Wartezeiten auf dem Aéroport Charles X konstruiert. Mit nie nachlassender Einfallskraft arrangierte das Regieteam sämtliche Szenen nicht nur amüsant, sondern fand einen perfekten Spagat zwischen der Darstellung echter Gefühle und albernen, aber immer sehr charmanten Vorgängen. Da waren übertriebenes Pathos und Komödiendetails fein abgestimmt. [...] Gerade auch Bremer Opernliebhabern, die vor kurzem am Goetheplatz Rossinis "Barbier von Sevilla" gesehen haben, sei ein Ausflug in die Staatsoper Hannover empfohlen, um einen "anderen", manchmal gar atemberaubend spritzigen Rossini zu erleben. [...] Wie man Rossini dirigieren sollte, bewies der frühere hannoversche Kapellmeister Gregor Bühl bei einem Gastspiel. Lange hat man das Staatsorchester nicht so aufmerksam gehört.             

+ 22.04.10 + Weser-Kurier + Markus Wilks +

zurück zu »Die Reise nach Reims«