Keine Chance für eisige Kälte

»Für diese Geschichte über die Kraft der Liebe findet Regisseurin Dorothea Schroeder eine sehr poetische Bildsprache, die sowohl die Fantasie der Kinder anregt, aber auch dem erwachsenen Zuschauer Räume aufmacht, um über den tieferen Sinn der Geschichte nachzudenken. Nur wenige Requisiten (Bühne: Telse Hand), vor allem die sehr märchenhaft-fantasievollen Kostüme Jorine van Beeks erfüllen die Szene mit Leben-das kalte, aber auch berührende Gewand der Schneekönigin, die Kostüme der Sänger, die auf Gerdas Weg in ganz unterschiedliche Rollen schlüpfen.[...]

Dezente, aber aussagekräftige Lichteffekte von Detlef Splitt deuten den Wald an, lassen es auf der Bühne schneien, machen aus dem mit durchsichtigen Vorhängen verhangenen Kronleuchter den Palast der Königin.

Die Schauspieler Anjorka Strechel und Peter Sikorski spielen Gerda und Kay so sympathische, dass die jungen Zuschauer schnell ganz auf ihrer Seite sind. Von den acht Sängern hat nur die Schneekönigin selbst eine feststehende Rolle, die Tiina Lönnmark mit der nötigen Unnahbarkeit und sphärisch-hellem, strahlenden Sopran erfüllt. [...]

André Dolabella führt Sänger und Instrumentalisten zielstrebig durch Mannekes Partitur, die sich stilistisch sowohl an traditionellen Hörgewohnheiten orientiert, aber auch durchaus sehr neue Wege beschreitet. Das jedoch schien das fast ausschließlich aus Kindern bestehende Publikum überhaupt nicht zu stören, viele staunende Kommentare während der Vorstellung sprachen für große Anteilnahme am Geschehen auf der Bühne. Dass die Produktion ihr Publikum erreicht, kann wohl kaum einen schöneren Beweis darin finden, wenn am Ende einhellige Zugabe-Rufe den begeisterten Schlussapplaus säumen.«

+ 18.02.11 + www.opernnetz.de + Christian Schütte +

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