Werther

Die Inszenierung allein wäre schon ein künstlerisches Ereignis ersten Ranges gewesen, die musikalische Seite stand aber der Regie in nichts nach. Die junge zweite Kappelmeisterin Anja Bihlmaier näherte sich Massanets Partitur ausgesprochen klug. Sie befreite sie von unnötigem süßlichen Zuckerguss.

 

Prima inter pares unter den Solsiten war ohne Zweifel Monica Walerowicz als Charlotte. Sie bot eine perfekte Einheit aus darstellerischer und sängerischer Brillanz.

 

Philipp Heos helltimbrierte Tenorstimme verfügte über eine sehr gute Höhe und auch genügend Reserven. Mit großer sängerischer Intelligenz vermied Heo es, die Rolle in den Verismo vorzuverlegen.

 

Einmal mehr hatte Dan Ratiu Chor und Kinderchor perfekt vorbereitet, sodass es am Ende dieses Abends Ovationen für eine ohne Abstriche packende Neuinszeneirung gab, für die sich auch eine weite Anreise lohnt.

+ 01.07.15 + Das Opernglas + Stefan Mauß +

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