Holländer an der Nordseeküste

Dieser Abend lebt aus der Musik heraus, so sollte Oper schließlich auch sein. Ein »Fliegender Holländer« als Wagner-Fest mit tollen Stimmen und einem überragenden Orchester, die Premiere restlos ausverkauft und die Inszenierung, die nirgends die Musik überlagert – mit der Neuproduktion von Wagners Sturm-und-Drang-Oper hat die Staatsoper einen Volltreffer gelandet.

 

Stürmisch geht es los, Ivan Repušić steuert den »Holländer« von Anfang an große Fahrt voraus, straffe Tempi, herausgezogenes Blech, hier will einer sehr weit hinausfahren und setzt auf starke Hell-Dunkel-Kontraste.

 

Stefan Adam ist ein mächtiger Holländer, überzeugend, wie kraftvoll wind- und wettergestählt er am Anfang »Die Frist ist um« stemmt.

 

Regisseur Bernd Mottl siedelt das » Holländer«-Drama in einer unbestimmten Gegenwart an und lässt die drei Akte der Oper komplett und pausenlos in einem einzigen Bühnenbild (Friedrich Eggert) spielen, das erfreulicherweise etliche Assoziationen zulässt – an eine Shoppingmall nach einem Tsunami, an die Turmaufbauten eines Kreuzfahrtschiffes, auf jeden Fall an eine untergegangene Zivilisation nach einer gigantischen Katastrophe.

 

Mensch gegen Natur, Bernd Mottl stellt das große Ganze in den Mittelpunkt, Naturverfallenheit und Klimakatastrophe.

+ 13.02.17 + Neue Presse + Henning Queren +

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