DER FLIEGENDE HOLLÄNDER - Zwei Außenseiter finden sich

So gegensätzlich der Holländer und Senta präsentiert werden, so verbunden sind sie doch in ihrer Außenseiterposition, das arbeitet Bernd Mottl sehr eindringlich heraus.

 

Dabei gelingen durch, von Elana Siberski gestaltet, Lichteffekte immer wieder starke Momente.

 

Musikalisch überzeugt die Aufführung durchweg. Ivan Repušić arbeitet mit dem Staatsorchester viele Details der Partitur heraus, geht dabei sehr differenziert durch den Abend, deckt die Bühne niemals zu und hält stets gute Balancen. Dazu spielt das Orchester mit üppigem Klang und gibt sich in den Passagen, die schon auf Wagners spätere Werke hinweisen, gern dem Klangrausch hin.

 

Stefan Adam in der Titelpartie ist ein ebenso autoritär und weiß die Bühne zu beherrschen wie er auch ganz für sich bleibt und Beziehung zu den anderen Figuren nur so weit sucht, wie es nicht vermeidbar ist. Die Verlassenheit und Einsamkeit der Figur transportiert sich so sehr stark. Er singt den Holländer ebenso stark mit vielen Farben, mal gewaltig auftrumpfend, mal ganz zurückgenommen. Kelly God als Senta identifiziert sich ganz mit der Regie und gibt die Figur in ihrem Auflehnungsbedürfnis sehr überzeugend, sie singt sie mit kräftig leuchtenden, am Ende dramatischen Tönen, kann sich aber ebenfalls auch ganz ins Piano zurückziehen.

+ 11.02.17 + Online Merker + Christian Schütte +

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