Ein Bild von einer Oper

Der ausgebliebene Skandal: Kay Voges inszeniert Verdis "Aida"

Bemerkenswert ist das, was aus dem Orchestergraben tönt. Dirigent Ivan Repušić hat das Staatsorchester auf einen fabelhaft stilsicheren Verdi-Klang eingeschworen. Die Holzbläser singen in wunderbaren Soli, die Blechbläser trauen sich, schmetternd aufzuspielen, und die Streicher tönen selbst im Pianissimo und in den höchsten Lagen höchst sauber und konsistent.

Repusic erinnert daran, dass es Verdi weniger um Klangzauber als um handfeste musikalische Dramatik ging. So ist seine "Aida" voll auftrumpfender Grandezza und zarter Lyrik, bei der man mal kämpferisch die Faust in die Luft recken möchte und mal angerührt ist von der lichten Klarheit eines ganz und gar unkitschigen Gefühls. Besser lässt sich das wohl kaum machen.

+ 16.04.18 + Hannoversche Allgemeine Zeitung + Stefan Arndt +

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