8. Norddeutsches Tanztreffen 2010

»should have a chair« Wesley D'Alessandro | »Chopin« Hans Fredeweß | »Miniaturen« Gilles Welinski

Mi 16.06.10 | 21:30 | Einführung 21:00 | Ballhof Zwei

ZUM STÜCK

...SHOULD HAVE A CHAIR
Choreographie: Wesley D’Alessandro
Wie ein Stuhl hat der Mensch Arme und Beine. Wie ein Stuhl bewegt sich der moderne Mensch auch nicht von selbst – er sitzt und wartet, dass ihn etwas bewegt. Wenn nicht, passiert nichts... Und wenn der Stuhl nicht mehr existiert? Wo würde der Mensch sitzen, seine Zeit verbringen und über Dinge nachdenken? Würde er ein anderes Objekt finden, das den Stuhl ersetzen könnte? Oder gar
ihn selbst? Tänzer und Choreograph Wesley D’Alessandro gewann mit »...should have a chair« den Publikumspreis in der Kategorie »Das beste deutsche Tanzsolo« beim euro scene Festival, Leipzig 2009.

 

PEERING
Compagnie Fredeweß, Hannover
Choreographie: Hans Fredeweß
Wo bleiben, in einer Zeit postmodernen Samplings und elektronischer Blaupausen, Originalität und Einzigartigkeit? Gehen Individualität und Querdenken in der Forderung nach Uniformität verloren? Gewinnen wir, unendlich reproduzierbar, neue Freiheiten und Möglichkeiten? – Vom Nicht-Mehr und Noch-Nicht handelt die zweiteilige Choreographie »Peering«: Zehn Minuten Originalmusik von Chopin treten in Dialog mit zehn Minuten Eigenkomposition des jungen Sound Fetischisten Damian Marhulets.

 

MINIATUREN
Choreographie: Gilles Welinski, Bremen
Die Unterscheidung Mensch und Tier ist der Ausgangspunkt der »miniaturen«. Befragt wird diese Einteilung durch den Rückgriff auf den Komponisten Olivier Messiaen und den Verhaltensforscher Konrad Lorenz, die Geist und Natur eher zusammendenken. Die Haltung von Körper und Kopf erweist sich dabei als ein spezifischen Situationen geschuldeter Gefühlsausdruck, der Mensch und Tier gleichermaßen zugesprochen werden kann: als unverborgenes Zeugnis von Neugier, Lust, Angst und Aggression. »miniaturen« reflektiert erworbene Verhaltensmuster und instinktive Reaktionen und entdeckt – die Kreatur.