3. Kammerkonzert

Werke von C. Nielson, R. Vaughn Williams, J. Françaix und E. von Dohnányi

So 13.01.19 | 11:00 | Niedersächsisches Landesmuseum Hannover

  • schelberg trio
    © Christian Lange

ZUM STÜCK

Carl Nielsen »Serenata in Vano« (1914)

für Klarinette, Fagott, Horn, Violoncello und Kontrabass

Ralph Vaughan Williams Quintett D-Dur (1898)

für Klarinette, Horn, Violine, Violoncello und Klavier

Jean Françaix »Pour remercier l‘Auditoire« (1994)

Sextett für Flöte, Klarinette, Horn, Violine, Violoncello und Klavier

Ernst von Dohnányi Sextett C-Dur op. 37 (1935)

für Klarinette, Horn, Violine, Viola, Violoncello und Klavier

 

Dass die Mitglieder des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover die Programme ihrer Kammerkonzerte selbst zusammenstellen, führt regelmäßig zu abwechslungsreichen Besetzungen und spannenden Entdeckungen in der Konzertreihe. So auch im 3. Kammerkonzert, das Musik aus vier europäischen Ländern vereint: Dänemark, England, Frankreich und Ungarn sind die Orte auf der musikalischen Landkarte dieses Konzerts, in gemischten Besetzungen von Bläsern, Streichern und Klavier

Zwei humoresken Miniaturen von Carl Nielsen und Jean Françaix stehen zwei gewichtigere Kompositionen von Ralph Vaughan Williams und Ernst von Dohnányi gegenüber.

Carl Nielsens „Vergebliche Serenade“ (Serenata in vano) spielt auf das abendliche Ständchen eines Kavaliers vor dem Balkon der Angebeteten an – in diesem Fall bleibt die effektvolle Darbietung aber erfolglos, die Dame erscheint nicht, um den musikalischen Gruß entgegenzunehmen. Auf schmachtendes Sehnen folgt deshalb ein munterer Abmarsch zum Finale, zum eigenen Vergnügen der Musikanten. Ein anderes Stereotyp des Musizierens greift Jean Françaix in seinem „Dank an das Publikum auf“, das er als Gelegenheitswerk für das Ensemble Pro musica München anlässlich einer Japantournee komponierte.

Der Engländer Ralph Vaughan Williams und der Ungar Ernö Dohnányi (der sich selbst Ernst von Dohnányi nannte) beziehen sich in unterschiedlicher Weise auf Johannes Brahms. Vaughan Williams’ Frühwerk, das nach einhundert Jahren in den Archiven erst lange nach dem Tod des Komponisten wiederaufgeführt wurde, gibt einen interessanten Einblick in die Entwicklung dieses mit Edward Elgar und Benjamin Britten bedeutendsten englischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Der anspruchsvolle Klavierpart steht dem vom Komponisten selbst verbreiteten Gerücht entgegen, er sei kein guter Pianist. Dem Brahms’schen Tonfall und Formgedanken verpflichtet ist das Werk, nur mit einer Prise britischem Humor und Leichtigkeit gewürzt.

Im Falle von Ernst von Dohnányi ist die Verbindung zu Brahms sogar eine unmittelbare: Sein Budapester Kompositionsprofessor spielte Brahms in Wien das Klavierquintett seines 15jährigen Schülers vor, der davon so angetan war, dass er sich in Folge für die Kompositionen des jungen Ungarn einsetzte. So kam Dohnányi in persönlichen Kontakt zu Brahms und erhielt dadurch entscheidende Anregungen für Form und Stil. Das Sextett op. 37, 1935 in Budapest geschrieben, lässt – trotz des Bekenntnisses zum viersätzigen Sonatenzyklus und der Formenwelt der Brahmszeit – das weite Stilpanorama der 1930er-Jahre erkennen: Neoklassizismus ebenso wie Spätromantik und Jazz.

 

Mit Vukan Milin (Flöte), Maja Pawelke (Klarinette), Hana Liskova (Horn), Peter Amann (Fagott), Sandra Huber (Violine), Gudula Stein (Viola), Marion Zander (Violoncello), Heinrich Lademann (Kontrabass), Maxim Böckelmann (Klavier)

 

 

 

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