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Dialoge der Karmelitinnen*

Oper in drei Akten von Francis Poulenc

Oper in drei Akten (1956)
Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Drama von Georges Bernanos (1947/52) und nach der Novelle »Die Letzte am Schafott« von Gertrud von le Fort (1931)

in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere der Inszenierung am 2. Juni 2018

Di 19.06.18 | 19:30–22:25 | Einführung 19:00 | Opernhaus

Abonnement: Dienstag 4 (19:30 Uhr)

  • Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Dorothea Maria Marx (Blanche), Simon Bode (Chevalier de la Force), Stefan Adam (Marquis de la Force)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Monika Walerowicz (l., Mère Marie), Renate Behle (Madame de Croissy)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Ania Vegry (l., Sœur Constance), Dorothea Maria Marx (Blanche de la Force)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Kelly God (stehend, l.; Madame Lidoine), Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Ania Vegry (Sœur Constance), Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Dorothea Maria Marx (Blanche de la Force)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Stefan Adam (Marquis de la Force), Dorothea Maria Marx (Blanche de la Force)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Renate Behle (Madame de Croissy)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Renate Behle (l., Madame de Croissy), Dorothea Maria Marx (Blanche de la Force)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Kelly God (Madame Lidoine), Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Latchezar Pravtchev (Beichtvater), Ania Vegry (Sœur Constance), Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Dorothea Maria Marx (Blanche de la Force), Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Dorothea Maria Marx (Blanche de la Force)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Dorothea Maria Marx (Blanche), Simon Bode (Chevalier de la Force)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • L atchezar Pravtchev (Beichtvater), Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Ensemble
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture

ZUM STÜCK

Frankreich 1794: La Grande Terreur, der Höhepunkt der postrevolutionären Schreckensherrschaft. Paläste sind geplündert, Kirchen entweiht, Klöster gestürmt. Die Guillotine – eigentlich dazu erfunden, die Todesstrafe humaner zu vollziehen – ist das Symbol dieser Zeit: als Instrument des rationalisierten Tötens, auf einem Schafott der Öffentlichkeit zur Schau gestellt. Zehntausende Menschen werden hingerichtet, Arbeiter und Bauern, Adelige und Geistliche. »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« – die hoffnungsvolle Parole der Revolution hat sich zur brutalen Drohgebärde gewandelt. Vor diesem Hintergrund spielt die Geschichte einer Glaubensgemeinschaft von Nonnen des Karmeliter-Ordens, die Francis Poulenc in »Dialogues des Carmélites« auf die Bühne bringt. Zentrum der Handlung ist die junge Adelige Blanche, die ihre neurotische Lebensangst durch die Aufnahme in die strenge Gemeinschaft des Karmel zu überwinden hofft. Als das Kloster durch die Revolutionsgarden aufgelöst und die Nonnen verhaftet werden, flieht sie in das Haus ihres Vaters. Doch nach der Verurteilung ihrer Mitschwestern zum Tod kehrt sie zu diesen zurück und besteigt nach ihnen das Schafott.

Mitte der 1950er Jahre schrieb Francis Poulenc die Oper »Dialogues des Carmélites«. Die Wahl des Stoffes – die historisch verbriefte Hinrichtung von später als Märtyrerinnen seliggesprochenen Nonnen – wirkt wie aus der Zeit gefallen: ein Werk der katholischen Erneuerung zwischen Zweitem Weltkrieg und Zweitem Vatikanischen Konzil. Die »Dialogues des Carmélites« eröffnen ein religiöses Themenfeld. Glaubensgewissheit und Zweifel, das Wirken göttlicher Gnade und Blanches Überwindung ihrer Lebensangst im Martyrium scheinen randständige Themen zu sein, wenig geeignet für die Opernbühne, zumal im säkularisierten 21. Jahrhundert. Und doch stellt das Werk Fragen, die heute noch und erst recht wieder brisant sind: Wie geht eine radikalisierte Gesellschaft mit Minderheiten um? Was sind die Auswirkungen von Gewalt, Verfolgung und Todesgefahr auf den Einzelnen und eine Gemeinschaft? Ist die Selbstopferung, im Glanz göttlicher Gnade, ein legitimer Ausweg aus seelischer Not?

Musikalisch begegnet Francis Poulenc diesen Fragen mit dem sensiblen Psychogramm eines fein ausdifferenzierten Frauenensembles. Sein textintensives Libretto vertont er mit einer eng an der Sprache geführten Musik, als deren Vorbilder er Monteverdi und Mussorgsky benennt. Impressionistisch und neoklassizistisch mischt er die Orchesterklangfarben. Eindrucksvoll gestaltet er die Momente dramatischer Zuspitzung: die Auflösung des Klosters mit einer gebrüllten Revolutionshymne hinter der Bühne und die finale Hinrichtungsszene mit einem gegen den Tod angesungenen »Salve Regina« der Karmelitinnen, nach und nach ausgedünnt unter dem naturalistischen Geräusch der 16-mal fallenden Guillotine.

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

"Ein wirklich toller Abend in der Staatsoper Hannover" Deutschlandfunk - Kultur heute, 04.06.18
mehr
Ein Schafott für 16 Nonnen Neue Presse, 04.06.18
mehr
Poulencs "Dialogues des Carmélites" www.deropernfreund.de, 04.06.2018
mehr
Beklemmend, bewegend Online Musik Magazin, 04.06.18
mehr
Poulenc-Oper: Starkes Stück bis ins Detail gelungen Cellesche Zeitung, 08.06.18
mehr

VIDEO

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Leitungsteam

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Cameron Burns
Inszenierung
Dietrich W. Hilsdorf
Bühne
Dieter Richter
Kostüme
Renate Schmitzer
Licht
Susanne Reinhardt
Choreinstudierung
Lorenzo Da Rio
Dramaturgie
Swantje Köhnecke

Besetzung

Besetzung

Blanche de la Force
Dorothea Maria Marx
Chevalier de la Force
Simon Bode
Marquis de la Force
Stefan Adam
Madame de Croissy, alte Priorin
Renate Behle
Madame Lidoine, neue Priorin
Brigitte Hahn
Mère Marie
Monika Walerowicz
Soeur Constance
Mélissa Petit
Mère Jeanne
Julie-Marie Sundal
Beichtvater
Latchezar Pravtchev
1. Kommissar
Uwe Gottswinter
Arzt / 2. Kommissar und Kerkermeister
Gihoon Kim
Diener Thierry / Beamter
Yannick Spanier
Chor der Staatsoper Hannover
Extrachor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

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Produktion empfohlen ab Klasse 11

 

Ein Formular für die Kartenbestellung für Schulklassen unter kasse@staatstheater-hannover.de oder Fax (0511) 9999 1999 finden Sie hier.

 

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* in Originalsprache mit deutschen Übertiteln