Klaus Schreiber

Nach seinem Studium an der Westfälischen Schauspielschule Bochum wurde Klaus Christian Schreiber 1985 von Jürgen Flimm an das Thalia Theater nach Hamburg geholt, wo er acht Jahre Ensemblemitglied war, mit Katharina Thalbach, Jürgen Gosch, Daniel Karasek, Jürgen Flimm, Robert Wilson und Tom Waits arbeitete und in den legendären Inszenierungen »Platonov« und »The Black Rider« zu sehen war. Für die Verdi-Tenor-Arien aus »Don Carlo«, »Otello« und »Aida« als Max in »Lend me a Tenor« nahm er von 1991 bis 1993 Gesangsstunden bei Prof. Hans Kagel und erste Regie-Erfahrungen sammelte er in diesen Jahren mit er Inszenierung von »Arthus und Erec« für das TIK (Thalia Theater).

Es folgten drei Jahren am Staatstheater Stuttgart, wo er u.a. als Hermann in der »Hermannsschlacht« (Regie: Dietrich Hilsdorf), Karl Heinrich in »Alt-Heidelberg« (Regie: Uwe Jens Jensen), Mackie Messer in »Die drei Groschenoper« (Regie: Crescentia Dünßer) und Alfred in »Die Fledermaus« (Regie: Herbert Wernicke) zu sehen war. Ab 1996 spielte er am Düsseldorfer Schauspielhaus u.a. Gessler in »Wilhelm Tell« (Regie: Franz Xaver Kroetz), Konsul Bernick in »Stützen der Gesellschaft« (Regie: Arie Zinger), Leicester in »Maria Stuart« (Regie: Dietrich Hilsdorf) und Piquillo in »La Périchole« (Regie: Jérôme Savary).

Parallel zu seiner schauspielerischen Arbeit schrieb er Drehbücher und Theaterstücke wie »Social Flat« und »Raum ohne Fenster«, wofür er 2010 den Stuttgarter Dramatikerpreis und 2011 den Augsburger Dramatikerpreis erhielt.

1999 begann seine TV-Karriere mit einer Produktion für die BBC. Auf »Monsignor Renard« folgten Kinofilme wie »Das Wunder von Bern« und TV-Filme und Serien: »Tatort«, »Liebeskrank«, »Doppelter Einsatz«, »Edel und Starck«, »Die Sitte«, »Deutschland 83«, »Die junge Ärzte«. Einem großen Publikum wurde er als Lars Vonderwerth in »Alphateam« und als Dirk Drechsler in der ARD-Serie »Rote Rosen« bekannt. Regie führte er in den Filmen »Myriam« (Studio Hamburg) und »Der ein Euro Clip« (Little Sharks).

Parallel dazu blieb Klaus Christian Schreiber immer der Bühne erhalten, spielte an der Staatsoper Hannover und an der Oper Köln Henry Higgins in »My Fair Lady«, am Düsseldorfer Schauspielhaus in »Marija« (Regie: Andrea Breth) und Leopold »Im weißen Rössl« (Regie: Christian Weise), am Nationaltheater Mannheim Samiel in »Der Freischütz«, am Landestheater Linz Stefan Koltay in »Viktoria und ihr Husar« und Pastor Manders in »Gespenster« (Regie: Armin Holz), am Renaissance Theater in Berlin Theobald Maske in »Die Hose« (Regie: Tina Engel), »Wunschkinder«, »Willkommen«, »Mord auf Schloss Haversham«, und zuletzt George in »Wer hat Angst vor Virginia Woolf« (Regie: Torsten Fischer). An der Staatsoper Berlin war er als Astolfo in Jürgen Flimms »Satiesfactionen«, in zwei John Cage-Abenden (Regie: Klaus Christian Schreiber) und in Sanis »Falcone« (Regie: Benjamin Korn) zu sehen.

Von Beginn seiner Schauspielkarriere begleiten Klaus Christian Schreiber Gesangsrollen in Musical und Operette und nachdem er von 1997 bis 2000 die Musical-Studenten der Folkwang-Hochschule in Essen unterrichtet hatte, wurde er als Schauspiellehrer und Regisseur ans Opernstudio der Staatsoper Berlin geholt wo er seit 2011 unterrichtet, Liederabende erarbeitete und »Liebst du mich und andere Fragen« für die Werkstatt inszenierte. 2019 inszeniert er »Die lustige Witwe« am Staatstheater Braunschweig.

An der Staatsoper Hannover ist er seit 2009 in »My Fair Lady« als Henry Higgins zu sehen.

Spielzeit 18/19

My Fair Lady

Prof. Henry Higgins