Tadashi Endo

Der 1947 in Peking geborener Japaner, ist Butoh-Tänzer, Choreograph, Direktor des Butoh Centrum MAMU in Göttingen und künstlerischer Leiter der Butoh Festivals MAMU in Göttingen. Nach seinem Regiestudium am berühmten Max-Reinhardt-Seminar in Wien, ging Tadashi Endo jahrelang auf Tournee als Solo-Tanz-Performer in Zusammenarbeit mit den bekanntesten Jazz-Musikern der Welt. 1989 begegnete er zum ersten Mal dem großen Butoh-Meister Kazuo Ohno, der schon damals Endos Tanz als Butoh-Tanz erkannte. Seit dem entwickelte Tadashi Endo seinen ästhetischen, expressiven, sehr eigenen Butoh-Stil. Sein Tanz ist wie eine Gratwanderung, zwischen den östlichen und westlichen Kulturen und den Kunstrichtungen Theater, Performance und Tanz, wobei er mit einem Minimum an Bewegung ein Maximum an Spannung und Gefühl im Wandel seiner Bilder erreicht - Butoh MA. Tadashi Endo tanzt sein Leben, seine Träume, seine Gefühle mit ihm eigenen Bewegungen, die sich in den langen Jahren der Suche nach authentischer Expression entwickelt haben.

 

MA - »Die Leere« oder »Räume zwischen den Dingen« – »in between«, diese »Zwischenräume« sind es, die Tadashi Endo in sehr feinen Verwandlungen sichtbar werden lässt, mit beinahe unsichtbaren Bewegungen aber einer intensiven Spannung, die er mit äußerster Konzentration und Körperbeherrschung ausstrahlt. Das alles lässt seinen Tanz zu einer Darstellung der unbewegten Bewegung werden. Sein Körper ruht, obwohl er tanzt. Er tanzt nicht - er wird getanzt Tadashi Endo ist weltweit auf Tourneen mit seinen Solo-Stücken »MA«, »Tasogare«, »Quai Dan«, »One Nine Four Seven«, »Kara da Kara«, »Synapsis« (Einladung zum »German Year 2005«, Tokio/Japan), »Ikiru« und »Fukushima mon Amour«. Er choreographierte Tanztheaterstücke für seine Kompanie dem »Mamu Dance Theater«, z.B. »Metasequoia«, »Senro«, »Minotaurus«, »Migration 01«, »Back Pack«, »KI ME RA« und »I. NTER S. EX«, sowie »Shi Zen« für die brasilianische Company LUME, (nominiert für den Shell-Preis für Tanztheater und Lichtdesign 2004/Brasilien und für No Ballett Ludwigshafen 2006), »Sopro« für Carlos Simioni und »Voce« für Cris Callo beide Lume (Brasilien). Im August 2010 hatte Tadashi Endo Premiere mit dem Tanztheaterstück »MA be MA«, das er mit 13 brasilianischen TänzerInnen kreierte und sich mit dem Schaffen und Leben des brasilianischen Malers Manabu Mabe auseinandersetzte. Im November 2012 fand die Premiere von »DÔ« statt, eine Tanztheaterproduktion mit Bando de Teatro Olodum in Salvador/Bahia. 2014 choreographierte Tadashi Endo in Mexico City ein Tanztheaterstück mit dem Titel »Black Mirror« für Eugenia Vargas und ihre Kompanie El Laboratorio Escenico Danza Teatro Ritual, und in 2015 »Amorpha Voice« für Rosario Ordonez in Oaxaca (Mexico). Seit 2005 besteht eine enge Zusammenarbeit mit Deutschlands berühmtester Film- und Opern-Regisseurin Doris Dörrie. Diese Zusammenarbeit ist immer mit grandiosem Erfolg gekrönt, wie z.B. die Oper »Madame Butterfly« am Münchner Theater am Gärtnerplatz (Premiere 2006), der Film Kirschblüten-Hanami (Bayrische Filmpreis 2007, silberner Bär als bester Film 2007, Deutscher Filmpreis 2007) und die Oper Admeto im Rahmen der Internationalen Händelfestspiele Göttingen. »Admeto« wurde im August 2009 auf den Internationalen Festspielen in Edinburgh mit dem Herald Award ausgezeichnet. In 2011 hat Doris Dörrie die Oper »Don Giovanni« von W.A. Mozart an der Hamburgischen Staatsoper inszeniert. Tadashi wirkte nicht nur als Choreograph mit sondern tanzt den Tod - La Muerte. Diese Inszenierung von »Don Giovanni« war so erfolgreich, dass sie auch in der nächsten Spielzeit (2012/2013) wieder aufgenommen wurde.

Auch in Brasilien hat Tadashi Endo in Filmprojekten mitgearbeitet und zwar für die Kino-Filme: »Orfaos do Eldoradorfaos do Eldorado«, Regie Guilherme Coelho, als Trainer für den Hauptdarsteller Daniel de Oliveira (Premiere Oktober 2015) sowie für AUGUSTO MATRAGA, Regie Vinicius Coimbra, als Trainer für den Hauptdarsteller Joao Miguel (Premiere Okt. 2015).

 

Seit 2009 arbeitet Tadashi Endo immer wieder mit der italienischen Primaballerina Carla Fracci zusammen, wie z.B. im Frühjahr 2009 im Teatro Massimo Palermo in »I have a dream« sowie im März 2010 am Teatro NaZionale in Rom zum 100. Jubiläum der italienischen Musikrichtung Futurismo.

Spielzeit 18/19

Tristan und Isolde

Butoh-Tanz

Tristan und Isolde

Butoh Choreographie