Fausts Verdammnis*

Oper von Hector Berlioz

Légende-dramatique in vier Teilen (1846)

Text von Hector Berlioz und Almire Gandonnière nach Johann Wolfgang von Goethes »Faust I« in der Übersetzung von Gérard de Nerval

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere der Inszenierung am 16. Februar 2019

So 24.03.19 | 16:00–18:40 | Einführung 15:30 | Opernhaus

Abonnement: Sonntag Nachmittag 6b (16:00 Uhr)

  • Eric Laporte (Faust), Shavleg Armasi (Méphistophélès)
    © Jörg Landsberg
  • Eric Laporte (Faust), Shavleg Armasi (Méphistophélès), Chor, Statisterie
    © Jörg Landsberg
  • Shavleg Armasi (Méphistophélès), George Yousef (Bewegungschor), Monika Walerowicz (Marguerite)
    © Jörg Landsberg
  • Monika Walerowicz (Marguerite), George Yousef (Bewegungschor), Bewegungschor
    © Jörg Landsberg
  • Shavleg Armasi (Méphistophélès), Eric Laporte (Faust), Monika Walerowicz (Marguerite), Chor und Bewegungschor
    © Jörg Landsberg
  • hinten: Shavleg Armasi (Méphistophélès), vorne: Monika Walerowicz (Marguerite), Bewegungschor
    © Jörg Landsberg
  • Monika Walerowicz (Marguerite), Kerstin Schweers (Mutter Oppenheim)
    © Jörg Landsberg
  • Mitte: Eric Laporte (Faust), Chor und Bewegungschor
    © Jörg Landsberg
  • Mitte: Shavleg Armasi (Méphistophélès), Eric Laporte (Faust), Herrenchor
    © Jörg Landsberg
  • Mitte: Monika Walerowicz (Marguerite), Eric Laporte (Faust), hinten: Shavleg Armasi (Méphistophélès), Herrenchor
    © Jörg Landsberg
  • Mitte: Eric Laporte (Faust), Bewegungschor
    © Jörg Landsberg
  • Eric Laporte (Faust), Bewegungschor, Chor
    © Jörg Landsberg

ZUM STÜCK

Ein regelrechtes »Faust-Fieber« herrschte Anfang des 19. Jahrhunderts in Paris. Mehrere Übersetzungen der Goethe’ schen Tragödie ins Französische erschienen, darunter die des jungen Gérard de Nerval, über die sich auch Goethe lobend geäußert haben soll. Die Pariser Theater rissen sich um das Werk, wobei man freilich mit der Vorlage sehr frei verfuhr und das Phantastische des Stücks betonte, was von deutscher Seite häufig als Sakrileg an einem nationalen Denkmal gebrandmarkt wurde. Goethe selber nahm die Umarbeitungen offenbar entspannt zur Kenntnis, als er 1829 bemerkte: »Die Franzosen mussten es umbilden und an die Sauce noch ein starkes Gewürz und starke Ingredienzien verschwenden.« Auf den Punkt brachte es ein französischer Zeitungsartikel, in dem zu lesen war: »Wir lieben eine rasche Handlung, einzelne und ergreifende Szenen, einen klaren Dialog, und ungeschminkt nennen wir alles langatmig, was sich nicht auf dem kürzesten Weg dem Ziel zubewegt. Auf der anderen Seite des Rheins kann das Drama ohne Nachteil eine Abhandlung werden – die Zuschauer harren der Lösung mit philosophischer Geduld.«

Wenngleich diese Worte nicht auf Berlioz’ »Dramatische Legende« »Fausts Verdammnis« gemünzt sind, so lesen sie sich doch fast wie eine Rechtfertigung derselben. Auch Berlioz war von dem »wunderbaren Buch« fasziniert, als er 1829 seine »Huit scènes de Faust« publizierte, acht nur lose verbundene Szenen aus Goethes »Faust I«, mit denen Berlioz allerdings wenig Erfolg hatte, sodass er das Werk zurückzog, zumal er auch von Goethe keinen Zuspruch erhielt, nachdem dieser von seinem Komponistenfreund Carl Friedrich Zelter ein unvorteilhaftes Gutachten der Komposition erhielt. Dennoch ließ Berlioz der Stoff nicht los, und so begann er 1845 die Arbeit an einem abendfüllenden »Faust«-Werk, in das er die »Huit scènes« einarbeitete. »Opéra de concert« lautete der Untertitel zunächst und deutete darauf hin, dass Berlioz von Anfang an nicht an eine szenische Aufführung dachte. Später hieß es dann »Légende-dramatique«, was aber ebensowenig auf eine Oper im herkömmlichen Sinne schließen lässt. In der Tat ist »Fausts Verdammnis« eine merkwürdige Mischform zwischen Grand Opéra, Oratorium, Kantate und dramatischer Sinfonie, die aus einer Folge von charakteristischen Tableaus in sprunghafter und keineswegs zwingender Dramaturgie besteht. Überdies wird aus dem Goethe’schen Sucher und Utopisten Faust ein Byron’ scher Melancholiker, und Mephisto ist kein göttlicher Antagonist, sondern ein mit Geistern, Sylphen und Irrlichtern jonglierender Gaukler und Trickbetrüger, der Faust im Rahmen eines bizarren Rituals in die Hölle befördert, bevor Marguerite in einer berückenden Verklärung gen Himmel entschweben darf.

»Fausts Verdammnis« ist ein faszinierendes Hybrid, das sich Berlioz’ Vertrauen in die Macht der Musik und seinem Misstrauen gegenüber den theatralen Möglichkeiten seiner Zeit verdankt. Doch gerade der utopische und experimentelle Zug dieses imaginären Theaters ist eine Herausforderung, die vermeintlichen Grenzen auch heutiger szenischer Mittel immer wieder zu überschreiten.

 

 

 

Mit freundlichen Unterstützung von

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

Burn-out in der Faust Company Die Deutsche Bühne, 17.02.19
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Teufel im Leib Hannoversche Allgemeine Zeitung, 18.02.19
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Faust in der Wall Street Neue Presse, 18.02.19
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»Fausts Verdammnis« verdammt gut Cellesche Zeitung, 19.02.19
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TERMINE & KARTEN

Termine

24.03.19So 16:00Karten
31.03.19So 18:30Karten
11.04.19Do 19:30Karten

VIDEO

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Leitungsteam

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Mark Rohde
Inszenierung und Videokonzept
Marie-Eve Signeyrole
Bühne
Fabien Teigné
Kostüme
Yashi
Licht
Sascha Zauner
Videorealisation
Baptiste Klein
Choreinstudierung
Lorenzo Da Rio
Leitung Kinderchor
Heide Müller
Dramaturgie
Klaus Angermann /
Simon Hatab
Choreographie
Julie Compans

Besetzung

Besetzung

Faust
Eric Laporte
Marguerite
Monika Walerowicz
Méphistophélès
Tobias Schabel
Brander
Daniel Eggert
Mutter Oppenheim
Kerstin Schweers
Chor der Staatsoper Hannover
Extrachor der Staatsoper Hannover
Kinderchor der Staatsoper Hannover
Bewegungschor
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

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Produktion empfohlen ab Klasse 11

 

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* in Originalsprache mit deutschen Übertiteln