2. Sinfoniekonzert 2018/2019

Werke von Peter Tschaikowsky und Ludwig van Beethoven

Dirigent und Solist: Julian Rachlin (Violine)

So 14.10.18 | 17:00 | Einführung 16:15 | Opernhaus

Abonnement: Konzert-Abo Sonntag

  • Julian Rachlin
    © K. Miura
  • Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture

ZUM STÜCK

Peter I. Tschaikowsky Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 (1878)

Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 (1812)

 

Mit seiner 7. Sinfonie hat Beethoven die Hörer ebenso begeistert wie verblüfft. Dem Sog ihrer rhythmischen Kraft, die Richard Wagner als »Apotheose des Tanzes« deutete, konnte sich schon das Publikum der Uraufführung nicht entziehen. Der große Erfolg, den die Sinfonie von Anfang an hatte, ist aber auch im politischen Kontext ihrer Entstehungszeit zu sehen. Indem ihr bei der Uraufführung, wenige Wochen nach der Völkerschlacht bei Leipzig, die programmatische Schlachten-Ouvertüre »Wellingtons Sieg« zur Seite gestellt wurde, wurde auch die Siebte als anti-napoleonisches Manifest gefeiert. Gleichzeitig vermisste man zuweilen, gerade nach der »Pastorale«, einen poetischen Gehalt und empfand die Sinfonie als zwar geniales, aber auch bizarres Werk, für das Carl Maria von Weber den Komponisten am liebsten ins »Irrenhaus« eingeliefert hatte. Auch heute noch lässt sich trotz anderer Hörgewohnheiten die Schockwirkung erahnen, die speziell der wilde letzte Satz bei den Zeitgenossen ausgelost haben mag.

Tschaikowskys Violinkonzert gehört zu den bedeutendsten Beiträgen zur Gattung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entstand am Genfer See während eines Kuraufenthalts, wo sich Tschaikowsky von seinen häufigen depressiven Anfällen erholte. Sein Schüler, der Geiger Josef Kotek, stand ihm dabei bei instrumententechnischen Fragen unterstützend zur Seite. Ihm wollte Tschaikowsky das Werk auch ursprünglich widmen, nahm dann aber davon Abstand, weil er die Gerüchte über seine Homosexualität nicht noch anheizen wollte. Ablehnende Kritiken über seine Kompositionen waren für Tschaikowsky nichts Neues. Doch die Schmähkritik des Wiener Kritikers Eduard Hanslick, der aus dem Werk »lauter wüste und gemeine Gesichter« und »rohe Flüche« herauszulesen meinte und dies zum Anlass nahm, darüber nachzudenken, »ob es nicht auch Musikstücke geben könne, die man stinken hört«, übertraf alles und ist heute nur noch von musikhistorischem Interesse. Dem hoch virtuosen Konzert, das anfänglich als unspielbar galt, merkt man die zeitliche Nähe zur Oper »Eugen Onegin« an, deren melancholische Grundstimmung es anklingen lässt, aus der sich schließlich der folkloristisch gefärbte Finalsatz losreißt.

Leitungsteam

Besetzung

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover