Fausts Verdammnis*

Oper von Hector Berlioz

Légende-dramatique in vier Teilen (1846)

Text von Hector Berlioz und Almire Gandonniere nach Johann Wolfgang von Goethes »Faust I« in der Übersetzung von Gérard de Nerval

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere der Inszenierung am 16. Februar 2019

Premiere | Sa 16.02.19 | 19:30 | anschließend Premierenfeier im Foyer | Opernhaus

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ZUM STÜCK

Ein regelrechtes »Faust-Fieber« herrschte Anfang des 19. Jahrhunderts in Paris. Mehrere Übersetzungen der Goethe’ schen Tragödie ins Französische erschienen, darunter die des jungen Gérard de Nerval, über die sich auch Goethe lobend geäußert haben soll. Die Pariser Theater rissen sich um das Werk, wobei man freilich mit der Vorlage sehr frei verfuhr und das Phantastische des Stücks betonte, was von deutscher Seite häufig als Sakrileg an einem nationalen Denkmal gebrandmarkt wurde. Goethe selber nahm die Umarbeitungen offenbar entspannt zur Kenntnis, als er 1829 bemerkte: »Die Franzosen mussten es umbilden und an die Sauce noch ein starkes Gewürz und starke Ingredienzien verschwenden.« Auf den Punkt brachte es ein französischer Zeitungsartikel, in dem zu lesen war: »Wir lieben eine rasche Handlung, einzelne und ergreifende Szenen, einen klaren Dialog, und ungeschminkt nennen wir alles langatmig, was sich nicht auf dem kürzesten Weg dem Ziel zubewegt. Auf der anderen Seite des Rheins kann das Drama ohne Nachteil eine Abhandlung werden – die Zuschauer harren der Lösung mit philosophischer Geduld.«

Wenngleich diese Worte nicht auf Berlioz’ »Dramatische Legende« »Fausts Verdammnis« gemünzt sind, so lesen sie sich doch fast wie eine Rechtfertigung derselben. Auch Berlioz war von dem »wunderbaren Buch« fasziniert, als er 1829 seine »Huit scènes de Faust« publizierte, acht nur lose verbundene Szenen aus Goethes »Faust I«, mit denen Berlioz allerdings wenig Erfolg hatte, sodass er das Werk zurückzog, zumal er auch von Goethe keinen Zuspruch erhielt, nachdem dieser von seinem Komponistenfreund Carl Friedrich Zelter ein unvorteilhaftes Gutachten der Komposition erhielt. Dennoch ließ Berlioz der Stoff nicht los, und so begann er 1845 die Arbeit an einem abendfüllenden »Faust«-Werk, in das er die »Huit scènes« einarbeitete. »Opéra de concert« lautete der Untertitel zunächst und deutete darauf hin, dass Berlioz von Anfang an nicht an eine szenische Aufführung dachte. Später hieß es dann »Légende-dramatique«, was aber ebensowenig auf eine Oper im herkömmlichen Sinne schließen lässt. In der Tat ist »Fausts Verdammnis« eine merkwürdige Mischform zwischen Grand Opéra, Oratorium, Kantate und dramatischer Sinfonie, die aus einer Folge von charakteristischen Tableaus in sprunghafter und keineswegs zwingender Dramaturgie besteht. Überdies wird aus dem Goethe’schen Sucher und Utopisten Faust ein Byron’ scher Melancholiker, und Mephisto ist kein göttlicher Antagonist, sondern ein mit Geistern, Sylphen und Irrlichtern jonglierender Gaukler und Trickbetrüger, der Faust im Rahmen eines bizarren Rituals in die Hölle befördert, bevor Marguerite in einer berückenden Verklärung gen Himmel entschweben darf.

»Fausts Verdammnis« ist ein faszinierendes Hybrid, das sich Berlioz’ Vertrauen in die Macht der Musik und seinem Misstrauen gegenüber den theatralen Möglichkeiten seiner Zeit verdankt. Doch gerade der utopische und experimentelle Zug dieses imaginären Theaters ist eine Herausforderung, die vermeintlichen Grenzen auch heutiger szenischer Mittel immer wieder zu überschreiten.

 

 

 

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Leitungsteam

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Ivan Repušić
Inszenierung und Videokonzept
Marie-Eve Signeyrole
Bühne
Fabien Teigné
Kostüme
Yashi
Licht
Sascha Zauner
Videorealisation
Baptiste Klein
Choreinstudierung
Lorenzo Da Rio
Leitung Kinderchor
Heide Müller
Dramaturgie
Klaus Angermann /
Simon Hatab
Choreographie
N.N.

Besetzung

Besetzung

Faust
Eric Laporte
Marguerite
Monika Walerowicz
Méphistophélès
Shavleg Armasi
Brander
Michael Dries /
Daniel Eggert
Chor
Chor der Staatsoper Hannover
Extrachor
Extrachor der Staatsoper Hannover
Kinderchor
Kinderchor der Staatsoper Hannover
Orchester
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

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Produktion empfohlen ab Klasse 11

 

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* in Originalsprache mit deutschen Übertiteln