Lady Macbeth von Mzensk*

Oper von Dmitri Schostakowitsch

Oper in vier Akten (1932)
Text von Alexandr Preis und Dmitri Schostakowitsch nach der gleichnamigen Novelle (1865) von Nikolai Leskow
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Premiere am 21. Oktober 2012 im Opernhaus

  • Kelly God, Per Bach Nissen
    © Thomas M. Jauk
  • Edward Mout
    © Thomas M. Jauk
  • Ivan Turšić, Kelly God
    © Thomas M. Jauk
  • Kelly God, Ivan Turšić
    © Thomas M. Jauk
  • Kelly God, Alexey Kosarev, Damenchor
    © Thomas M. Jauk
  • Kelly God, Damenchor
    © Thomas M. Jauk
  • Kelly God
    © Thomas M. Jauk
  • Kelly God, Per Bach Nissen
    © Thomas M. Jauk
  • Kelly God
    © Thomas M. Jauk
  • Alexey Kosarev, Per Bach Nissen, Herrenchor
    © Thomas M. Jauk
  • Per Bach Nissen, Kelly God
    © Thomas M. Jauk
  • Alexey Kosarev, Kelly God
    © Thomas M. Jauk
  • Brian Davis, Edward Mout, Herrenchor
    © Thomas M. Jauk
  • Alexey Kosarev, Herrenchor
    © Thomas M. Jauk
  • Brian Davis, Kelly God, Alexey Kosarev (vorn), Julie-Marie Sundal (hinten)
    © Thomas M. Jauk
  • Alexey Kosarev, Kelly God
    © Thomas M. Jauk
  • Kelly God, Alexey Kosarev
    © Thomas M. Jauk
  • Alexey Kosarev, Julie-Marie Sundal
    © Thomas M. Jauk
  • Kelly God, Damenchor
    © Thomas M. Jauk

ZUM STÜCK

»Lady Macbeth« ist das Synonym der machthungrigen Karrierefrau, die zur Erreichung ihrer Ziele über Leichenberge geht, von den Alpträumen ihrer Taten heimgesucht wird und dem Wahnsinn verfällt. Schostakowitschs Lady lebt hingegen in einer kleinen Provinzstadt und heißt Katerina Ismailowa. Sie ist die Frau eines wohlhabenden Kaufmanns, und ihr mangelt es in materieller Hinsicht an nichts. Doch sie leidet an der Dumpfheit und Gefühlsleere ihrer Umgebung. Ihr Mann ist ein erbärmlicher Schwächling, ihr Schwiegervater ein brutaler Tyrann und Lüstling. Während der Abwesenheit ihres Mannes beginnt sie ein Verhältnis mit dem jungen Angestellten Sergej. Aber das Verhältnis fliegt auf, und so fordert die Fleischeslust ihre Opfer: Katerina wird zur Mörderin zunächst an Boris, der mit einem mit Rattengift angereicherten Pilzgericht zur Strecke gebracht wird. Danach beseitigt sie zusammen mit Sergej ihren Mann Sinowi. Doch just am Hochzeitstag von Katerina und Sergej macht sich Leichengeruch bemerkbar, und die Morde werden entdeckt. Das mörderische Paar endet im Straflager. Dort betrügt Sergej Katerina mit Sonjetka, einem jungen Mädchen, das Katerina in ihrer Verzweiflung schließlich mit sich in den Tod reißt.

1932 vollendete der 26-jährige Dmitri Schostakowitsch seine zweite Oper »Lady Macbeth von Mzensk« und wählte dafür als Vorlage eine Novelle des russischen Erzählers Nikolai Leskow, die seit ihrem Erscheinen 1865 sehr populär war. Die Geschichte aus der Provinz über Langeweile, unbefriedigte Sexualität und entfesselte Gewalt sollte nach Schostakowitschs ursprünglichem Plan der erste Teil einer Trilogie über verschiedene Frauenschicksale im vor- und nachrevolutionären Russland sein. Mit der Wahl dieses drastischen Stoffes aber geriet Schostakowitsch in Konflikt mit dem stalinistischen Regime. Obwohl die Oper nach ihrer Uraufführung schnell internationale Erfolge feierte, erregte sie 1936 bei einer Vorstellung in Moskau das Missfallen Stalins. Unter der Überschrift »Chaos statt Musik« startete die Prawda daraufhin eine Pressekampagne gegen den Komponisten, nach der das Werk von den Spielplänen der sowjetischen Bühnen verschwand. Zwar konnte die Oper nach der Stalin-Zeit wieder aufgeführt werden, allerdings in einer von Schostakowitsch vorgenommenen entschärften Überarbeitung. In seiner ursprünglichen Gestalt kehrte das Werk aber erst nach Schostakowitschs Tod auf die Bühne zurück.

Schostakowitsch bezeichnete seine »Lady Macbeth von Mzensk« als eine »Tragödien-Satire«, die mit schonungsloser Direktheit und mit grellen musikalischen Mitteln das Portrait einer Frau zeichnet, die Opfer und Täterin zugleich ist. In der Dumpfheit und Brutalität ihrer Welt, von der sie geprägt ist, kennt Katerinas Auflehnung nur den Weg in krude Sexualität und skrupellosen Mord.

ZUR INSZENIERUNG

Nach Karl Amadeus Hartmanns »Simplicius Simplicissimus« und Verdis »Macbeth« arbeitet der Regisseur Frank Hilbrich zum dritten Mal an der Staatsoper Hannover. Besondere Beachtung fand in den letzten Jahren seine Beschäftigung mit dem Werk Richard Wagners: Auf »Parsifal« in Kiel folgten »Die Meistersinger von Nürnberg« in Halle, 2010 wurde mit der »Gotterdämmerung» am Theater Freiburg seine Inszenierung des »Ring des Nibelungen« abgeschlossen, dem in der Spielzeit 2011/12 »Lohengrin« folgte.

 

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Staatsoper Hannover

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

Jubel für »Lady Macbeth von Mzensk« Hannoverscher Allgemeine Zeitung, 22.10.2012
mehr
Musikalisch ein echter Kracher www.klassik.com, 21.10.2012
mehr
Lady Macbeth von Mzensk www.livekritik.de, 29.10.2012
mehr
Faszinierend - wenn nur der Müll nicht wäre... www.omm.de, 26.10.2012
mehr
Aus der Spießigkeit auf die Müllhalde www.opernnetz.de, 26.10.2010
mehr

VIDEO

Video

Theaterpädagogische Angebote

Theaterpädagogische Angebote

Ein Formular für die Kartenbestellung für Schulklassen unter kasse@staatstheater-hannover.de oder Fax (0511) 9999 1999 finden Sie hier.

 

Musiktheaterpädagogische Angebote für Lehrer erhalten Sie unter mihaela.iclodean@staatstheater-hannover.de oder Telefon (0511) 9999 1083.

* in Originalsprache mit deutschen Übertiteln