Eugen Onegin*

Oper von Peter I. Tschaikowsky

Lyrische Szenen in drei Akten (1879)
Libretto vom Komponisten und Konstantin Schilowsky nach dem Versroman von Alexander Puschkin
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Auf dem Spielplan seit der Premiere der Inszenierung am 14. April 2013

  • Almuth Herbst (Filipjewna), Sara Eterno (Tatjana)
    © Jörg Landsberg
  • Sara Eterno (Tatjana)
    © Jörg Landsberg
  • Adam Kim (Eugen Onegin), Sara Eterno (Tatjana)
    © Jörg Landsberg
  • Adam Kim (Eugen Onegin), Sara Eterno (Tatjana)
    © Jörg Landsberg
  • Julie-Marie Sundal (Olga), Adam Kim (Eugen Onegin), Sara Eterno (Tatjana), Philipp Heo (Lenski), Chor
    © Jörg Landsberg
  • Sara Eterno (Tatjana), Julie-Marie Sundal (Olga), Philipp Heo (Lenski), Adam Kim (Eugen Onegin)
    © Jörg Landsberg
  • Sara Eterno (Tatjana), Julie-Marie Sundal (Olga), Philipp Heo (Lenski), Adam Kim (Eugen Onegin), Chor
    © Jörg Landsberg
  • Adam Kim (Eugen Onegin), Philipp Heo (Lenski)
    © Jörg Landsberg
  • Adam Kim (Eugen Onegin), Chor
    © Jörg Landsberg
  • Sara Eterno (Tatjana)
    © Jörg Landsberg
  • Sara Eterno (Tatjana), Adam Kim (Eugen Onegin)
    © Jörg Landsberg
  • Sara Eterno (Tatjana)
    © Jörg Landsberg
  • in der Mitte: Shavleg Armasi (Fürst Gremin), Chor
    © Jörg Landsberg
  • Adam Kim (Eugen Onegin), Sara Eterno (Tatjana)
    © Jörg Landsberg
  • Philipp Heo (Lenski), Julie-Marie Sundal (Olga)
    © Jörg Landsberg

ZUM STÜCK

Den jungen Aristokraten Eugen Onegin, wohlhabend und tadellos ausgebildet, führt es aufs Land. Seine Verachtung gegenüber der Landbevölkerung schlägt in Neugierde um, als ihn sein Freund Lenski in den Kreis der Familie Larin mitnimmt. Zwischen den Töchtern Olga und Tatjana und den zwei Männern entspinnt sich ein Spiel aus Liebe und Abweisung. Lenskis Zuneigung zu Olga kränkt Onegin, der gleichsam zu Tatjanas Liebesidol wird. Doppelt harsch ist seine Reaktion: Er weist das Mädchen ab, seinen Freund erschießt er wie einen Verräter im Duell. Die emotionale Kehrtwende bringt ihm schließlich nur Unglück: Zu spät entflammt er bei einem Wiedersehen für Tatjana, die, längst selbst verheiratet, ihrer Liebe entsagt.

Für die kleine Bühne habe Tschaikowsky nach eigener Aussage seine Oper »Eugen Onegin« nach dem Versepos Alexander Puschkins konzipiert, für die bescheidenen Mittel eines Konservatoriums, so wie es bei der Uraufführung 1879 mit Graduierten des Moskauer Konservatoriums am Maly-Theater geschah. Sie laufe Gefahr, in Größe, Wucht und Pathos dargestellt und damit missverstanden zu werden. In der Tat ist die Geschichte der Oper in Russland von einem monumentalen Kompositions- und Aufführungsstil geprägt und war seit ihren Anfängen im 18. Jahrhundert eng mit dem Kalkül und dem Repräsentationsbedürfnis der Herrscher verknüpft. Ironischerweise wurde auch »Eugen Onegin« wenige Jahre nach der ersten Aufführung zur großen russischen Oper stilisiert. Durch Dirigenten wie Mahler und Toscanini wurde sie auch im Ausland zur beliebtesten russischen Oper neben »Boris Godunow« von Mussorgsky. Dabei ist die zwischen 1825 und 1833 erschienene Vorlage von Alexander Puschkin ein Meisterwerk des feinen, subtilen Tons, verhält sich der Erzähler dort doch teils in vorsichtiger, teils deftig-ironischer Distanz zu seinem gelangweilten, dandyhaften Helden aus der Aristokratie. Tschaikowskys lyrische Szenen variieren diesen Blickwinkel: die Figuren erscheinen hier zurückgenommener und es obliegt vor allem dem Orchesterpart, tiefergehende Einsichten in ihr Seelenleben freizulegen. So reicht die Wiederaufnahme des Motivs aus Tatjanas Brief-Arie, um Eugens plötzlich aufflammende Liebe für sie aus einer Erinnerung an die junge Frau heraus zu erklären – gleich dem Geschmack der Madeleine in Marcel Prousts Roman »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit«. Tatjanas Entschluss, sich Onegin zu versagen, wird musikalisch mit demselben Verhängnis-Motiv verknüpft, das zuvor Lenski anhaftete: Wie bei diesem ist der Untergang der jungen Frau von ihrer Beziehung zum Titelhelden ausgelöst, denn selbst im Moment der selbstbestimmten Entscheidung – nämlich sich nicht Onegins sprunghafter Liebe hinzugeben – ist die junge Frau paradoxerweise Opfer Onegins. Sie wählt ein Leben ohne Liebe, und so vollzieht sich die Tragödie in dieser Oper lautlos, im Verzicht. Es ist die leise Grausamkeit des Alltags, des Privatlebens, die in diesem Kammerspiel portraitiert wird.

ZUR INSZENIERUNG

Ingo Kerkhof ist inzwischen als Regisseur für Schauspiel wie Oper gleichermaßen bekannt und an der Staatsoper Hannover ein regelmäßig eingeladener Gast. In der Spielzeit 2011/2012 inszenierte er hier Strauss' und Hofmannsthals »Ariadne auf Naxos«, dem gingen die Mozart-Produktionen »Die Hochzeit des Figaro« und »Die Entführung aus dem Serail« sowie Rossinis »Italienerin in Algier«, Cavallis »La Calisto« und Monteverdis »L'Orfeo« voraus. Er inszenierte unter anderem am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Landestheater Linz, der Oper Köln sowie am Theater am Neumarkt in Zürich.

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

Eine musikalisch beglückende Aufführung Deutschlandradio Kultur , 14.04.13
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Vision ohne Wucht kreiszeitung.de, 16.04.13
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* in Originalsprache mit deutschen Übertiteln