Die Teufel von Loudun

Oper von Krzysztof Penderecki

Text von Krzysztof Penderecki, nach »The Devils of Loudun« (1952) von Aldous Leonard Huxley in der Dramatisierung »The Devils« (1960) von John Robert Whiting, unter Benutzung der Übersetzung »Die Teufel« (1960) von Erich Fried

Premiere am 24. März 2012

  • Edward Mout, Khatuna Mikaberidze
    © Thomas M. Jauk
  • Brian Davis (vorn), Chor
    © Thomas M. Jauk
  • Khatuna Mikaberidze
    © Thomas M. Jauk
  • Ina Yoshikawa, Brian Davis, Khatuna Mikaberidze
    © Thomas M. Jauk
  • Ivan Turšić, Jin-Ho Yoo
    © Thomas M. Jauk
  • Khatuna Mikaberidze, Statisterie, Chor
    © Thomas M. Jauk
  • Julie-Marie Sundal, Khatuna Mikaberidze, Tobias Schabel, Neele Kramer, Albert Pesendorfer
    © Thomas M. Jauk
  • Statistin, Brian Davis, John Pickering
    © Thomas M. Jauk
  • Khatuna Mikaberidze, Brian Davis, Chor
    © Thomas M. Jauk
  • Tobias Schabel, Khatuna Mikaberidze
    © Thomas M. Jauk
  • Khatuna Mikaberidze, Neele Kramer, Chor und Statisterie
    © Thomas M. Jauk
  • Khatuna Mikaberidze
    © Thomas M. Jauk
  • Khatuna Mikaberidze
    © Thomas M. Jauk
  • Brian Davis, Ivan Turšić, Michael Chacewicz
    © Thomas M. Jauk
  • Khatuna Mikaberidze
    © Thomas M. Jauk
  • Brian Davis
    © Thomas M. Jauk

ZUM STÜCK

In einer nächtlichen Vision sieht Jeanne, Priorin des Ursulinenklosters von Loudun, den Pfarrer des Ortes, Grandier, auf dem Scheiterhaufen und halluziniert außerdem erotische Szenarien mit ihm. Da Grandier tatsächlich keine moralisch reine Weste hat, sondern Affären mit der jungen Witwe Ninon und dem Mädchen Philippe unterhält, fallen Jeannes Visionen auf nahrhaften Boden. Grandiers Feinde, zu denen unter anderem Kardinal Richelieu gehört, nutzen Jeannes Phantasien für eine Intrige, um den in politischer Hinsicht unbequemen Pfarrer zu verfolgen. Ein Schauprozess beginnt, der in kürzester Zeit hysterische Ausmaße annimmt: Jeanne und andere Nonnen des Klosters werden als teufelsbesessen stigmatisiert und exorzistischen Riten unterworfen; parallel dazu wird Grandier inhaftiert und brutal gefoltert. Obwohl ihm kein Geständnis abzuringen ist, werden Jeannes Visionen wahr: Am Ende wird Grandier auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Basierend auf einem authentischen historischen Prozess, der 1634 gegen den Priester Urbain Grandier geführt wurde und der in ganz Europa Aufsehen erregte, schrieb Aldous Huxley 1952 seinen roman Devils of Loudun – und schuf damit ein brodelndes Amalgam aus politischer Intrige und exorzistischer Hysterie. Vor dem biographischen Hintergrund, als 1933 geborener Pole die schrecken der nationalsozialistischen Diktatur und somit eine politische »Hexenjagd« erlebt zu haben, war der Komponist Krzysztof Penderecki sofort fasziniert von dem packenden Stoff. »Dem Teufel ist nicht zu glauben, wenn er auch die Wahrheit spricht.« – Dieses Motto des Kirchenlehrers St. Chrysostomos stellte Penderecki seinem Werk voran und pointierte damit die zweifelhafte Doppelmoral des religiösen Fanatismus.

Auch in der Musik seiner 1969 im Auftrag der Hamburgischen Staatsoper entstandenen ersten Oper fing Penderecki das Klima der Hysterie und Bespitzelung ein, formulierte es grell und scharf aus: Jede der dreißig kurzen Szenen des Werkes ist von unmittelbarer atmosphärischer Dichte, von aufschreiender expressiver Dringlichkeit. Den sakral­psalmodierenden, gregorianisch gefärbten Klangwelten der Ursulinerinnen stehen orgiastische Exzesse für die Folter­ und Teufelsszenen gegenüber. Radikale Cluster, verfremdende Glissandi, Verzerrungen sowohl auf vokaler als auch instrumentaler Ebene, für die Penderecki passagenweise eine eigene Notation schuf, schärfen das Makabre und Groteske – eine Hexenjagd findet auch im Orchestergraben statt.

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